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Commerzbank Analysen – Cisco Systems

Vom Netzwerk-Spezialisten zum IT-Konzern mit Rundumservice

Cisco gehört zu den großen Profiteuren der weltweiten Vernetzung, des Ausbaus des mobilen Internets und des Cloud-Computings. Das Unternehmen ist bereits gut im Wettbewerbsumfeld positioniert, zusätzlich wird durch Übernahmen das Produktportfolio fortlaufend ausgeweitet und verbessert. Die Bewertung ist immer noch vergleichsweise günstig. Wir bleiben positiv gestimmt für die künftige (Kurs-)Entwicklung bei Cisco.

Die Transformation eines Börsenriesen
Die goldenen Zeiten, in denen Cisco Systems (Cisco) eines der wertvollsten Unternehmen weltweit war, sind längst vergangen. Zwar profitiert das Unternehmen weiterhin vom weltweiten Ausbau und der Weiterentwicklung der Datennetze, allerdings ist der Wettbewerb seitdem stark gestiegen und die Bewertung derartiger Unternehmen hat an Bodenhaftung gewonnen. So hat Cisco mittlerweile mit den Wachstumsproblemen ganz normaler Industrieunternehmen zu kämpfen.

Mittelfristig sollen das Software-, das Servicegeschäft und Produkte für mobile Anwendungen sowie das Geschäft in den Schwellenländern überproportional wachsen, der klassische und größte Bereich der Router und Switches dürfte dagegen nur noch unterproportional zulegen.

Restrukturierungen und Personalabbau sind inzwischen an der Tagesordnung, gleichzeitig ist Cisco aber auch akquisitorisch sehr aktiv, und das Management hat den Markt wieder auf größere Zukäufe eingestimmt. Die Investitionsneigung bei Geschäftskunden ist relativ zyklisch und insbesondere die Aufträge im öffentlichen Sektor (rund 20 Prozent Umsatzanteil) werden von notwendigen Sparanstrengungen der Regierungen belastet.

Die Geschäfte mit Serviceprovidern werden nicht einfacher, auch die Investitionskürzungen bei Telekommunikationskonzernen in Milliardenhöhe (wie zum Beispiel in den vergangenen Jahren beim Kunden AT&T) und die weiterhin schwache Nachfrage aus den Schwellenländern belasten nach wie vor den US-Netzwerkausrüster. Im Zuge des Zusammenschlusses von Nokia mit Alcatel-Lucent gilt Cisco aber als ein Profiteur der Marktbereinigung. Dies gilt insbesondere auf dem US-Markt.

Strategische Partnerschaften mit Apple und Ericsson
Cisco will die Hardwarehersteller in Zukunft noch besser in seine eigene Entwicklung der Netzwerktechnologie einbinden. Von Cisco vermarktete Produkte und Programme sollen daher auch im Zuge einer neuen exklusiven Kooperation für den Einsatz von Apple-Endgeräten optimiert werden. Ein Anwendungsgebiet ist zum Beispiel die gemeinsame Erstellung und Anwendung von spezieller Software für Telekonferenzen zur Verwendung auf Apple-Tablets (iPad) im Firmeneinsatz.

Der Konzern ist auch eine strategische Allianz mit Ericsson eingegangen. Bei der Entwicklung von Netzwerken stimmt man seither die Produkte und Angebote aufeinander ab und kooperiert bei der Vermarktung. Im Rahmen einer umfangreichen Patentvereinbarung werden auch Entwicklungen gegenseitig zugänglich gemacht. Die Partnerschaft entstand auch vor dem Hintergrund der weltweiten Konsolidierung, seit 2016 gehen Nokia und Alcatel-Lucent gemeinsame Wege.

Das Management von Ericsson sieht die Vereinbarung mit Cisco aber nicht als Vorstufe zu einer Fusion, wenngleich immer wieder Spekulationen hierzu auftauchen. Marktteilnehmer werten eine enge Zusammenarbeit auf jeden Fall für beide Unternehmen positiv; dieser Meinung schließen wir uns an.

Grafik 1: Wertentwicklung Cisco Systems
Grafik 1: Wertentwicklung Cisco Systems
Stand: 21. Juni 2018; Quelle: Reuters
Frühere Wertentwicklungen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Zukäufe zur Stärkung des Cloud-basierten Softwaregeschäfts
Cisco hat 2016 mit der größten Übernahme seit dem Jahr 2013 Jasper Technologies für 1,4 Milliarden US-Dollar gekauft. Vorrangiges Ziel ist es gewesen, das Portfolio zur Nutzung von Internet-of-Things-Anwendungen (»IoT«) zu stärken. Die Integration von Jasper hilft seitdem beim weiteren Ausbau von Ciscos Cloud-basiertem Softwaregeschäft. Die eingekaufte Plattform kann als Bindeglied zwischen dem etablierten Netzwerkgeschäft, der Cloud und kundennahen IoT-Anwendungen genutzt werden. Auch im Jahr 2017 ist Cisco bei Unternehmenskäufen wieder aktiv geworden. Im Januar wurde das unmittelbar vor einem Börsengang stehende US-Softwareunternehmen AppDynamics für 3,7 Milliarden US-Dollar gekauft. Auch in diesem Fall erwarb Cisco umfangreiche Expertise für Cloud-Anwendungen, womit das Kerngeschäft weiter aufgewertet wurde. Dieser Zukauf ist auf den ersten Blick nicht preiswert gewesen, er passt aber ebenfalls – wie auch zuvor der Erwerb von Jasper – in die strategische Ausrichtung von Cisco.

Im Mai 2017 erwarb Cisco schließlich MindMeld. Das amerikanische Start-up-Unternehmen hält wichtige Patente im Bereich der künstlichen Intelligenz und selbstlernender Maschinen. MindMeld verwendet eine Plattform, die für die Konzeption sogenannter Bots (Computerprogramme, die weitgehend automatisch sich wiederholende Aufgaben abarbeiten) und für sprachgesteuerte Assistenten geeignet ist. Über 1.200 zum Teil namhafte Unternehmen befinden sich im Kundenportfolio von MindMeld. Hierzu zählen zum Beispiel Google, Intel, Samsung und Telefónica.

Und zuletzt noch die Übernahme von BroadSoft
Cisco übernimmt nun auch für knapp 2 Milliarden US-Dollar den börsennotierten US-Softwarehersteller BroadSoft. Das Unternehmen bietet Cloud-basierte Kommunikationsprodukte für Telekommunikationskonzerne an. Darunter fallen IP-basierte Dienste für Sprache, Video- und Webkonferenzen, E-Mail, Fax, Contact-Center-Funktionen oder Instant Messaging. Cisco ergänzt damit nochmals seinen Softwarebereich, der schneller wächst als das klassische Hardwaregeschäft. Der Kaufpreis erscheint angemessen.

Gutes drittes Quartal mit einem konservativen Ausblick
Mit einem Umsatz in Höhe von 12,64 Milliarden US-Dollar (+4 Prozent gegenüber Vorjahr; erwartet: 12,44 Milliarden US-Dollar) und einem Ergebnis je Aktie von 66 US-Cent (erwartet: 65 US-Cent) konnte Cisco die Konsensusschätzungen leicht übertreffen. Alle wichtigen Produktbereiche (»Infrastructure Platforms«, »Applications« bzw. »Security«) lieferten im Quartal bessere Beiträge als erwartet ab. Der Umbau des Portfolios zu wiederkehrenden Umsätzen und Erträgen – vor allem im Softwaregeschäft – zahlt sich zunehmend aus.

Cisco rechnet im vierten Quartal mit einem Umsatzanstieg in der Größenordnung von +4 Prozent bis +6 Prozent (erwartet: 4,8 Prozent) sowie mit einem Ergebnis je Aktie zwischen 68 US-Cent und 70 US-Cent. Der Konsensus lag mit 69 US-Cent genau in der Mitte, somit gab es nach der Berichterstattung im nachbörslichen Handel zunächst eine leichte Enttäuschung über den nur verhaltenen Ausblick. Insgesamt zeigt sich Cisco in guter Form. Das laufende Aktienrückkaufprogramm, von dem zuletzt weniger als angenommen Gebrauch gemacht wurde, hat noch ein ausstehendes Volumen von 25 Milliarden US-Dollar. Auch dies dürfte der Aktie wieder Rückenwind geben.

Das Unternehmen transformiert sich stärker zu einem software- und serviceorientierten Geschäftsmodell mit wiederkehrenden Erlösen und steht auch im weiteren Jahresverlauf noch vor einigen interessanten neuen Produktzyklen.

Anlageidee: Zertifikate und Optionsscheine auf Cisco

Nutzen Sie die Einschätzungen unserer Experten und partizipieren Sie an der Entwicklung der Cisco-Aktie. Ganz gleich, ob Sie mit Hebelprodukten auf schnelle und kurzfristige Marktveränderungen setzen möchten oder mit Anlageprodukten eine intelligente Alternative zum reinen Aktieninvestment suchen, bei der Commerzbank werden Sie fündig. Ein Überblick über das gesamte Produktspektrum an Zertifikaten steht Ihnen im Internet unter www.zertifikate.commerzbank.de zur Verfügung.

Aber Achtung: Da die von der Commerzbank angebotenen Produkte in Euro notieren, der Handelspreis der Cisco-Aktie in US-Dollar, besteht für den Investor ein Währungsrisiko. Ein steigender Euro/US-Dollar-Wechselkurs wirkt sich negativ auf den Wert des Zertifikats aus. Um das Wechselkursrisiko für den Anleger auszuschalten, bietet die Commerzbank in der Regel neben einer nicht währungsgesicherten Variante (Non-Quanto) auch eine währungsgesicherte bzw. währungsoptimierte (Quanto) Variante an. Allerdings ist hier zu beachten, dass für die Währungssicherung Kosten anfallen können, die den Wert des Zertifikats mindern. Anleger haben also die Wahl, sollten aber bedenken, dass bei der nicht währungsgesicherten Variante neben dem Risiko natürlich auch die Chance entfällt, mit einem fallenden Euro/US-Dollar-Wechselkurs eine höhere Rendite zu erzielen.

Discount-Zertifikate

WKN

Basiswert

Cap

Discount

Max. Rendite p.a.

Quanto

Bewertungstag

Geld-/Briefkurs

CA2 QQP

Cisco

35,00 USD

21,21 %

2,75 %

Ja

15.03.2019

34,28/34,29 EUR

CA2 QQQ

Cisco

40,00 USD

12,18 %

5,30 %

Ja

15.03.2019

38,21/38,23 EUR

CV6 L9J

Cisco

44,00 USD

5,41 %

12,67 %

Ja

21.12.2018

41,19/41,21 EUR

CV7 DQE

Cisco

45,00 USD

4,33 %

15,00 %

Ja

21.12.2018

41,65/41,67 EUR

CV6 L9K

Cisco

46,00 USD

3,46 %

17,58 %

Ja

21.12.2018

42,02/42,04 EUR

Unlimited Turbo-Optionsscheine

WKN

Basiswert

Typ

Basispreis/Knock-Out-Barriere

Hebel

Laufzeit

Quanto

Geld-/Briefkurs

CV3 2G4

Cisco

Call

23,83/24,83 USD

2,2

Unbegrenzt

Nein

16,99/17,00 EUR

CV5 J53

Cisco

Call

33,69/35,09 USD

4,4

Unbegrenzt

Nein

8,47/8,48 EUR

CA1 LH0

Cisco

Call

39,70/41,34 USD

11,4

Unbegrenzt

Nein

0,32/0,33 EUR

CV7 GH9

Cisco

Put

63,64/61,09 USD

2,1

Unbegrenzt

Nein

17,45/17,46 EUR

CV5 J4D

Cisco

Put

53,31/51,16 USD

4,4

Unbegrenzt

Nein

8,54/8,55 EUR

CA2 Q74

Cisco

Put

48,07/46,13 USD

9,1

Unbegrenzt

Nein

0,40/0,41 EUR

Stand: 21. Juni 2018; Quelle: Commerzbank AG

Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform. Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter www.zertifikate.commerzbank.de zur Verfügung.