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Marktbericht

Panik an der Börse, aber kein neuer Negativrekord beim Dow Jones

Die Medien waren Anfang Februar voll von negativen Superlativen. Dabei ging es um den 5. Februar und die Aktienkursbewegung eines der ältesten Indizes der Welt, den Dow Jones Industrial Average-Index. Dieser hatte im Tagesverlauf rund 1.600 Punkte verloren und schloss den Tag mit einem Minus von knapp 1.200 Punkten ab. In der Zeitung war daraufhin zu lesen:

»Panik an der Wall Street – Dow fällt um 1.600 Punkte
An der Wall Street ist zum Wochenstart Panik ausgebrochen. Der US-Leitindex Dow Jones sackte zeitweise um knapp 1.600 Zähler ab und damit um so viele Punkte wie nie zuvor an einem einzelnen Handelstag. Die bisherigen Jahresgewinne lösten sich rasend schnell in Luft auf (...)«*

Teilweise wurden sogar Krisen-Ticker eingerichtet, die live über die Ereignisse berichtet haben. Doch wie stark waren die Kursbewegungen wirklich? Um das zu bewerten, sollte nicht nur auf die absoluten Werte geschaut werden, sondern vielmehr auf die relative Veränderung. Denn fest steht: Der Dow Jones hat noch am 26. Januar seinen höchsten Stand in der Geschichte bei 26.616,71 Punkten erreicht. Dementsprechend kann der Index in Punkten gerechnet auch so stark schwanken wie noch nie. 1981 erreichte der Tagesschlusskurs des Dow Jones das erste Mal mehr als 1.000 Punkte. Natürlich konnte der Index damals keine 1.600 Punkte fallen, da er selbst davon nur gut zwei Drittel an Wert aufwies.

Grafik 1: Wertentwicklung des Dow Jones
Grafik 1: Wertentwicklung des Dow Jones
Stand: 14. Februar 2018; Quelle: Bloomberg, eigene Berechnungen
Frühere Wertentwicklungen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Um die Situation Ende Februar somit in ein rechtes Licht zu rücken, müssen die relativen Veränderungen betrachtet werden. Das Ergebnis liegt auf der Hand: Im historischen Vergleich war der Kursrückgang an einem Tag nicht so einzigartig, wie es auf den ersten Eindruck erscheint.

In Prozent gerechnet lag der Dow Jones am 5. Februar rund 4,60 Prozent im Minus und zwei Tage später ebenfalls rund 4,15 Prozent im Minus. An beiden Tagen ist der Index jeweils mehr als 1.000 Punkte gefallen. Schaut man sich nun die relativ gesehen »schwärzesten« Tage des Dow Jones seit 1896 an, dann liegt der 5. Februar 2018 auf Platz 110. Das bedeutet, dass der Dow Jones 109 Mal innerhalb eines Tages stärker gefallen ist als dieses Jahr im Februar. Um überhaupt unter die Top 25 der schlechtesten Tage an der Wall Street zu gelangen, hätte der Dow Jones mindestens 6,91 Prozent verlieren müssen. Umgerechnet entspricht dies einem Verlust von mindestens 1.763 Punkten. Um sich an die Spitze dieser Rangliste zu setzen, bedarf es aber noch eines deutlich stärkeren Rückgangs.

Der »Schwarze Montag« aus dem Jahr 1987 trägt dabei immer noch die Krone als stärkster Tagesverlust in der Geschichte. Damals sank der Dow Jones mit 508 Punkten um 22,61 Prozent nach unten. Zwischenzeitlich betrug das Minus rund 25 Prozent und knapp 600 Punkte. Um diesen Tagesverlust zu erreichen, hätte der Dow Jones am 5. Februar um 5.770,29 Punkte fallen müssen. Demgegenüber sieht der tatsächliche Rückgang von 1.600 Punkten fast schon harmlos aus.

Tabelle 1: Die stärksten Rücksetzer des Dow Jones seit 1950

Datum

Indexschlusskurs

Veränderung zum Vortag in Punkten

Veränderung zum Vortag in Prozent

19.10.1987

1.738,74 Pkt.

–508,00

–22,61

26.10.1987

1.793,93 Pkt.

–156,83

–8,04

15.10.2008

8.577,91 Pkt.

–733,08

–7,87

01.12.2008

8.149,09 Pkt.

–679,95

–7,70

09.10.2008

8.579,19 Pkt.

–678,91

–7,33

...

05.02.2018

24.345,75 Pkt.

–1.175,21

–4,60

Stand: 14. Februar 2018; Quelle: Bloomberg, eigene Berechnungen

Nichtsdestoweniger hat der Februar 2018 gezeigt, dass die Börse eben keine Einbahnstraße ist. Der Dow Jones befindet sich seit 2009 in einer Aufwärtsbewegung, die damals bei 6.469,95 Punkten startete. Der deutliche Rückgang im Februar 2018 zeigte, dass beispielsweise eine Absicherungsstrategie mit klassischen Put Optionsscheinen sinnvoll sein kann. In der letzten Ausgabe des ideas-Magazins haben wir im Marktbericht die Funktionsweise einer Put Optionsschein-Absicherung anhand des Beispiels DAX exemplarisch erklärt. Die Preise für diese Optionsscheine haben sich seit dem 22. Januar 2018 etwa verdoppelt. Auch jetzt noch können Anleger ihre Depots mit klassischen Put Optionsscheinen absichern. Das gilt nicht nur für den DAX, sondern auch für andere Indizes wie den Dow Jones, für Einzelaktien, für Edelmetalle und vieles mehr.

Put Optionsscheine

WKN

Basiswert

Basispreis

Bewertungstag

Geld-/Briefkurs

CV6 YWW

Dow Jones

20.000 Pkt.

15.03.2019

0,43/0,47 EUR

CV6 YX4

Dow Jones

22.000 Pkt.

15.03.2019

0,68/0,72 EUR

CV6 YXE

Dow Jones

24.500 Pkt.

15.03.2019

1,23/1,27 EUR

Put Optionsscheine aus ideas Februar 2018

WKN

Basiswert

Basispreis

Bewertungstag

Geld-/Briefkurs

Geld-/Briefkurs vom 22.01.2018 (ideas 02/2018)

CV6 YB8

DAX

13.000 Pkt.

18.01.2019

11,03/11,05 EUR

6,51/6,52 EUR

CV6 YAN

DAX

12.000 Pkt.

18.01.2019

6,48/6,50 EUR

3,72/3,73 EUR

CV6 Y9G

DAX

10.000 Pkt.

18.01.2019

2,06/2,09 EUR

1,14/1,15 EUR

Stand: 20. Februar 2018; Quelle: Commerzbank AG

Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform. Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter www.zertifikate.commerzbank.de zur Verfügung.