Märkte

Investments – Standard-Optionsscheine

Die Fassade bröckelt und droht einzustürzen

Immobilienaktien profitierten mehrere Jahre von dem vorherrschenden Niedrigzinsniveau. Vor allem in den vergangenen drei Jahren konnten die europäischen Immobilientitel den Rest des Markts deutlich hinter sich lassen. Während insbesondere Banken der immer expansiver werdenden Politik der Zentralbanken Tribut zollen mussten, entwickelte sich ein günstiges Umfeld für Immobilienunternehmen. Doch die steigenden Inflationsraten und dadurch aufkommende Zinsphantasien in den USA und Europa lassen die Fassade bröckeln. Sollte es zum Einsturz kommen, können Anleger davon profitieren.

Fünfmal die Woche mache ich mich auf den Weg in unseren Handelsraum hinter dem Hauptbahnhof in Frankfurt. Dafür muss ich einmal quer durch Frankfurt und kann täglich miterleben, wie im Eiltempo neue Wohngebäude entstehen. Denn die Wohnflächen in deutschen Großstädten sind rarer denn je. Die Nachfrage nach einem Leben in der Stadt ist dagegen ungebrochen. Dieses Ungleichgewicht von Angebot und Nachfrage hat natürlich immer weiter steigende Mieten zur Folge. Diese haben sich mittlerweile so drastisch erhöht, dass viele Menschen das niedrige Zinsumfeld nutzen möchten, um vom Mieter zum Käufer zu werden. Ganz nach dem Motto: »Bevor ich 3.000 Euro Kaltmiete im Monat abdrücke, kann ich auch einen Kauf finanzieren.« Das Geschäft mit Immobilien boomt. Und das treibt auch die Kurse der Immobilienaktien an der Börse. Doch Vorsicht!

Der Immobiliensektor profitierte lange über günstige Kreditbedingungen und vergleichsweise attraktive Mietrenditen von der Niedrigzinsphase. Doch die nach den US-Wahlen rasant erfolgte Zinswende in den USA hat das positive Stimmungsbild deutlich beeinträchtigt. Da die »Zinsangst«, also die Angst vor einem Ende der expansiven Geldpolitik der Zentralbanken, nun auch in Europa angekommen ist und die Aktienmärkte Anfang Februar davon kalt erwischt wurden, trüben sich die Aussichten speziell für die Immobilienunternehmen und deren Aktienkurse immer weiter ein. Die außerordentlich starke Entwicklung der vergangenen Jahre hatte zudem eine sehr hohe Bewertung zur Folge und macht anfällig für Gewinnmitnahmen sowie überdurchschnittliche Kurskorrekturen. Da können auch positive Aspekte wie klassische Defensivqualitäten sowie eine hohe Dividende kaum mehr punkten. Und was heißt das nun für Sie als Anleger?

Wie Sie als regelmäßige Leser des ideas-Magazins wissen, mache ich Sie hier Monat für Monat auf eine mittel- bis langfristige Anlageidee aufmerksam. Diesen Monat möchte ich Ihnen gerne einmal kein Anlageprodukt an die Hand geben, sondern Ihnen zeigen, dass Sie auch Anlagethemen mit klassischen Optionsscheinen abbilden können. Denn der Immobilienmarkt könnte sich infolge der oben beschriebenen elementaren Veränderungen des gesamten Umfelds als die »Short-Chance des Jahres 2018« herausstellen. Und daran könnten Sie mit lang laufenden Put Optionsscheinen überproportional teilhaben. Die Anlagesumme sollte dabei dem Risiko angepasst sein, und auch der Basispreis sollte nicht zu weit vom aktuellen Kurs entfernt gewählt werden, da bei Hebelprodukten wie Optionsscheinen auch immer ein Totalverlust möglich ist. Den überproportionalen Chancen stehen eben auch erhöhte Risiken gegenüber.

Anlageidee: Standard-Optionsschein auf Vonovia

WKN

CV6 GVV

Basiswert

Vonovia

Typ

Put

Basispreis

35,00 EUR

Bewertungstag

19.06.2020

Omega

–3,032

Geld-/Briefkurs

0,54/0,56 EUR

Stand: 20. Februar 2018; Quelle: Commerzbank AG

Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform. Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter www.zertifikate.commerzbank.de zur Verfügung.

Klassische Optionsscheine sind der Klassiker unter den Hebelprodukten. Je nach Erwartungshaltung können Anleger auf Call oder Put Optionsscheine setzen. Der Käufer eines Calls geht dabei normalerweise von stark steigenden Kursen des Basiswerts aus, während beim Erwerb eines Puts mit einem deutlichen Kursrückgang des Basiswerts gerechnet wird. Jeder klassische Optionsschein besitzt drei für den möglichen Auszahlungsbetrag entscheidende Komponenten: den Basispreis, das Bezugsverhältnis und die Laufzeit bzw. Ausübungsfrist. Anleger erwerben beim Kauf eines Optionsscheins das Recht, während der Ausübungsfrist einen nach klar im Vorfeld definierten Bedingungen berechneten Auszahlungsbetrag zu erhalten. Bei einem Call Optionsschein handelt es sich dabei um die mit dem Bezugsverhältnis multiplizierte Differenz zwischen dem Kurs des Basiswerts und dem Basispreis. Der Kurs des Basiswerts muss also über dem Basispreis liegen, damit eine Zahlung erfolgen kann. Ansonsten verfällt der Call am Ende der Laufzeit wertlos. Genau umgekehrt verhält es sich bei Put Optionsscheinen. Hier wird der Kurs des Basiswerts vom Basispreis abgezogen und der daraus resultierende Betrag mit dem Bezugsverhältnis multipliziert. Der Auszahlungsbetrag ist bei Put Optionsscheinen immer dann positiv, wenn der Basiswert unterhalb des jeweiligen Basispreises notiert. Anderenfalls kommt es auch hier am Ende der Laufzeit zum wertlosen Verfall. Weitere wichtige Informationen, auch zu den Einflussfaktoren auf den Preis, finden Sie unter www.zertifikate.commerzbank.de/optionsscheine.

Grafik 1: Wertentwicklung Vonovia (seit Ausgabe am 11. Juli 2013)
Grafik 1: Wertentwicklung Vonovia (seit Ausgabe am 11.Juli 2013)
Stand: 20. Februar 2018; Quelle: Commerzbank AG
Frühere Wertentwicklungen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Standard-Optionsscheine auf ausgewählte Einzelaktien

WKN

Basiswert

Typ

Basispreis

Bewertungstag

Omega

Geld-/Briefkurs

CV5 1R7

Deutsche Wohnen

Put

30,00 EUR

21.06.2019

–4,075

0,28/0,29 EUR

CV8 6LD

TAG Immobilien

Put

15,00 EUR

21.12.2018

–6,328

1,29/1,30 EUR

CV6 GVU

Vonovia

Put

30,00 EUR

19.06.2020

–3,365

0,33/0,34 EUR

Stand: 20. Februar 2018; Quelle: Commerzbank AG

Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform. Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter www.zertifikate.commerzbank.de zur Verfügung.