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General Electric – Mischkonzern in Turbulenzen

Der Konzern hat die Dividende gekürzt, die strukturellen Probleme beim Bau von Großkraftwerken sind breit diskutiert. Der Mischkonzern hat harte tief greifende Kostenschnitte und weitere Portfolioveränderungen angekündigt. Es wird auch Diskussionen über eine mögliche Aufspaltung geben. Diverse Geschäftsfelder leiden allerdings nachhaltig unter einer unbefriedigenden Cashflow-Situation.

Fokus immer stärker im Industriebereich
Nach dem Abschied von wesentlichen Teilen des Finanzgeschäfts konzentriert sich der Konzern auf das Industrie- und Medizintechnikgeschäft. General Electric (GE) ging auf Akquisitionskurs und erwarb von Alstom das globale Gasturbinengeschäft und das Dampfturbinengeschäft außerhalb Frankreichs. GE verstärkt damit seine bisher schon günstige Position und schafft eine gute Basis für das angestrebte Wachstum im Wartungsbereich. Das Timing war aber schwierig, das Geschäft mit Gasturbinen ist seitdem in eine strukturelle Krise geraten.

Grafik 1: Wertentwicklung General Electric
Grafik 1: Wertentwicklung General Electric
Stand: Januar 2018; Quelle: Reuters
Frühere Wertentwicklungen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Übernahme im Öl- und Gasgeschäft
GE legte sein Öl- und Gasgeschäft mit dem von Baker Hughes zusammen. Das neue Unternehmen gehört zusammen mit Schlumberger und Halliburton zu den Weltmarktführern in der Branche. GE hält 67,5 Prozent, der Rest liegt bei den bisherigen Baker-Hughes-Aktionären. Damit bleibt die Tochter börsennotiert. Der Konzern überprüft bereits wieder einen möglichen Ausstieg aus der Beteiligung.

Auch Verkauf von Aktivitäten
Der Verkauf der wenig margenstarken Hausgerätesparte mit starkem Bezug zum privaten Konsum an die chinesische Haier passte vollständig in diese Strategie. Mit ähnlicher Begründung steht auch das Lichtgeschäft, eine der Wurzeln des Konzerns, zum Verkauf. Das Geschäft mit Wasserreinigungsanlagen wurde gerade vor allem aus kartellrechtlichen Gründen verkauft. Baker Hughes bringt entsprechende eigene Aktivitäten mit. Die sanierungsbedürftige Niederspannungssparte ging zu einem ordentlichen Preis an ABB. Auch die Lokomotivensparte steht nun zum Verkauf.

Einstieg eines neuen Investors
Der aktivistische Investor Nelson Peltz hat 2,5 Milliarden US-Dollar in Aktien des Mischkonzerns investiert. Das Investment dürfte damit etwas unter einem Prozent liegen. Der Markt reagierte auf die Nachricht mit deutlichen Kursaufschlägen. Wir rechnen zwar nicht damit, dass der neue Investor eine veränderte Strategie fordert. Auf Druck des Investors hin hat GE aber weitere Kostensenkungspotenziale identifiziert, die in überschaubarer Zukunft gehoben sein sollen. Wir sehen genau wie Peltz noch Kursspielräume im Rahmen des Abschieds von wesentlichen Teilen der Finanzsparte.

Führungswechsel
Der CEO Jeffrey Immelt hörte nach 16 Jahren an der Spitze zum Jahresende auf. Der Nachfolger John Flannery war Chef der wichtigen Gesundheitssparte. Der Finanzvorstand wurde mittlerweile ebenfalls ausgetauscht, die neue Führung hat die Dividendenausschüttung halbiert. Eine Kürzung hatte sich bereits abgezeichnet. Nichtsdestoweniger bleibt die Dividendenrendite auf dem reduzierten Kursniveau attraktiv. Die Finanzsparte wird aufgrund hoher Sonderbelastungen vorläufig keine Dividende an die Muttergesellschaft zahlen. Weitere Kürzungen für die GE-Aktionäre sind nicht unwahrscheinlich.

Weitere Fokussierung geplant
Das neue Management kündigte eine weitere Fokussierung und damit eine deutliche Schrumpfung an. Zukünftig stehen nur noch die Medizintechnik, die Energieerzeugung und die Flugturbinen im Fokus. Unklar ist, was mit den noch vorhandenen Finanzaktivitäten passieren soll. Die Energieerzeugungssparte steht vor einer erheblichen Restrukturierung. Die Umsetzung der Pläne ist kein Selbstläufer und wird neue Einmalbelastungen auslösen, die das Management zu einer weiteren Gewinnwarnung für 2017 und 2018 brachte.

Weitere Sonderbelastungen
General Electric verbucht im Schlussquartal 2017 für sein Altgeschäft mit nordamerikanischen Lebens- und Krankenversicherungen erhebliche Sonderbelastungen von 6,2 Milliarden US-Dollar, um entsprechend fehlende Deckungsreserven aufzufüllen. Auch in den kommenden Jahren werden noch weitere Zuführungen notwendig. Diese erheblich höher als erwarteten Belastungen aus einem seit längerem auslaufenden Geschäftsfeld sind eine negative Überraschung, der Druck auf das Management zu einem radikaleren Konzernumbau und einer damit verbundenen deutlicheren Fokussierung steigt. Es wird Diskussionen um eine mögliche Aufspaltung geben.

Fazit
Der Konzern hat die Dividende gekürzt, die strukturellen Probleme beim Bau von Großkraftwerken sind breit diskutiert. Der Mischkonzern hat harte, tiefgreifende Kostenschnitte und weitere Portfolioveränderungen angekündigt. Es wird auch Diskussionen über eine mögliche Aufspaltung geben. Diverse Geschäftsfelder leiden allerdings nachhaltig unter einer unbefriedigenden Cashflow-Situation.

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Aber Achtung: Da die von der Commerzbank angebotenen Produkte in Euro notieren, der Handelspreis der General Electric in US-Dollar, besteht für den Investor ein Währungsrisiko, wenn der Euro/US-Dollar-Wechselkurs steigen sollte. Um das Wechselkursrisiko für den Anleger auszuschalten, bietet die Commerzbank in der Regel neben einer nicht währungsgesicherten Variante (Non-Quanto) auch eine währungsgesicherte bzw. währungsoptimierte (Quanto) Variante an.

Discount-Zertifikate

WKN

Basiswert

Cap

Discount

Max. Rendite p.a.

Bewertungstag

Quanto

Geld-/Briefkurs

CV5 FZY

General Electric

15,00 USD

16,74 %

11,35 %

21.12.2018

Nein

11,03/11,05 EUR

CV5 TUD

General Electric

15,00 USD

14,66 %

8,45 %

21.12.2018

Ja

13.86/13,89 EUR

CV5 G00

General Electric

17,00 USD

17,47 %

10,36 %

21.12.2018

Nein

11,90/11,91 EUR

CV5 TUF

General Electric

17,00 USD

8,12 %

14,74 %

21.12.2018

Ja

14,90/14,92 EUR

BEST Turbo-Optionsscheine

WKN

Basiswert

Typ

Basispreis/ Knock-Out-Barriere

Hebel

Laufzeit

Quanto

Geld-/Briefkurs

CV4 V6T

General Electric

Call

10,13 USD

2,6

Unbegrenzt

Nein

5,00/5,13 EUR

CV3 WVA

General Electric

Call

14,20 USD

7,3

Unbegrenzt

Nein

1,70/1,83 EUR

CV3 WVB

General Electric

Call

15,20 USD

13,3

Unbegrenzt

Nein

0,87/1,00 EUR

CV4 NZ2

General Electric

Put

23,09 USD

2,3

Unbegrenzt

Nein

5,54/5,67 EUR

CV4 TBD

General Electric

Put

21,07 USD

3,3

Unbegrenzt

Nein

3,89/4,02 EUR

CV7 C0N

General Electric

Put

19,08 USD

5,5

Unbegrenzt

Nein

2,27/2,40 EUR

Stand: 22. Januar 2018; Quelle: Commerzbank AG

Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform. Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter www.zertifikate.commerzbank.de zur Verfügung.