Märkte

Marktbericht

Wann steigen die Zinsen wieder?

Das Jahr 2017 könnte in die Geschichte eingehen als das Jahr, in dem die Zinsen auf den niedrigsten Stand gesunken sind. Deutsche Staatsanleihen mit einer Laufzeit von zwei Jahren stellten im Februar 2017 ihren Negativrekord auf. Am 24. Februar 2017 sank die Rendite mit –0,958 Prozent auf den niedrigsten Wert. Sowohl 10-jährige als auch 30-jährige Anleihen fielen bereits im Jahr 2016 auf ihre Rekordtiefs. Viele Experten erwarten seit längerem steigende Zinsen, sind aber vor allem für den US-Markt optimistisch. Hier liegen die Renditen bereits wieder deutlich über dem Niveau deutscher Staatsanleihen (siehe Grafik 1). Wer zum Beispiel für zehn Jahre sein Geld anlegen möchte, erzielt in den USA bereits jetzt eine Rendite von 2,40 Prozent. In Deutschland dagegen liegt die Rendite noch bei mageren 0,30 Prozent.

Grafik 1: Rendite zehnjähriger Staatsanleihen (Deutschland versus USA)
Grafik 1: Rendite zehnjähriger Staatsanleihen (Deutschland versus USA)
Stand: 13. Dezember 2017; Quelle: Bloomberg
Frühere Wertentwicklungen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Anleger können unterschiedlich auf diese Situation am Markt reagieren. Beispielsweise ist es möglich, auf den Verlauf der Anleihenpreise zu setzen. Diese bewegen sich genau umgekehrt zur Entwicklung bei den Zinsen (siehe Grafik 2). Das bedeutet: Steigen die Zinsen, dann fallen die Anleihenkurse und vice versa. Somit können Anleger auf steigende Zinsen setzen, indem sie beispielsweise Faktor-Zertifikate oder Turbo-Optionsscheine auf fallende Anleihenpreise kaufen. In beiden Fällen kann der Anleger dann einen Gewinn erzielen, wenn die Zinsen steigen.

Grafik 2: Anleihen-Futures Deutschland versus USA
Grafik 2: Anleihen-Futures Deutschland versus USA
Stand: 13. Dezember 2017; Quelle: Bloomberg
Frühere Wertentwicklungen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Die Commerzbank bietet beispielsweise Zertifikate und Optionsscheine auf Anleihen-Futures verschiedener Staaten an. Am beliebtesten sind Deutschland und die USA. Für eine zehnjährige deutsche Staatsanleihe steht stellvertretend der Euro-Bund-Future. Dieser wird als Terminkontrakt gehandelt und bildet die Anleihe mit einem Kupon von 6 Prozent ab. Kauft ein Anleger zum Beispiel einen Turbo-Optionsschein Put auf den Euro-Bund-Future, profitiert er von fallenden Anleihenkursen in Deutschland. Zu beachten gilt dabei vor allem die Knock-Out-Barriere, die in diesem Beispiel oberhalb des aktuellen Preises des Bund-Futures liegt. Wenn die Markterwartung von fallenden Notierungen nicht eintritt, kann der Anleger maximal seinen Kapitaleinsatz verlieren, wenn die Knock-Out-Barriere berührt wird. Aus diesem Grund sollten Anleger Turbo-Optionsscheine mit Bedacht wählen. Eine weitere beliebte Gruppe von Hebelprodukten stellen Faktor-Zertifikate dar. Hier können Anleger beispielsweise auch auf den Anleihen-Future für US-Staatsanleihen setzen. Auch hier gilt: Steigen die Zinsen, fallen die Anleihenpreise und umgekehrt. Wer auf steigende Zinsen setzen möchte, kann dementsprechend ein Faktor-Zertifikat Short auf den 10-Year U.S. Treasury Note Future kaufen. Allerdings sind Faktor-Zertifikate im Gegensatz zu Turbo-Optionsscheinen mit einem täglich festen Hebel ausgestattet. Somit kann der Anlageerfolg größer ausfallen, wenn die Markterwartung eintritt. Demgegenüber steht aber die Funktionsweise des täglichen Hebels. Somit können bei Faktor-Zertifikaten auch dann Verluste entstehen, wenn sich der Basiswert seitwärts entwickelt. Je stärker die Schwankung, desto stärker kann dieser Effekt sich ausprägen. Ganz grundsätzlich sind Faktor-Zertifikate nicht mit einer Knock-Out-Barriere ausgestattet. Allerdings können sich Verluste gemessen am Hebel stark im Kurs des Zertifikats widerspiegeln, sodass der Anleger auch bei diesen Hebelprodukten seinen vollständigen Kapitaleinsatz verlieren kann. Momentan bietet die Commerzbank rund 1.000 Turbo-Optionsscheine auf Anleihen an und rund 100 Faktor-Zertifikate.

Turbo-Optionsscheine

WKN

Basiswert

Typ

Basispreis/Knock-Out-Barriere

Hebel

Laufzeit/Bewertungstag

Geld-/Briefkurs

CV6 A9J

Euro-Bund-Future

Put

171,585 EUR

17,2

Unbegrenzt

9,39/9,40 EUR

CE1 166

Euro-Bund-Future

Call

154,500 EUR

20,5

28.02.2018

7,89/7,90 EUR

Faktor-Zertifikate

WKN

Basiswert

Typ

Faktor

Laufzeit

FXopt

Geld-/Briefkurs

CE8 SGK

10-Year U.S. Treasury Note Future

Short

–10

Unbegrenzt

Nein

8,69/8,78 EUR

CE8 SG9

10-Year U.S. Treasury Note Future

Long

10

Unbegrenzt

Nein

7,39/7,47 EUR

Stand: 20. Dezember 2017; Quelle: Commerzbank AG

Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform. Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter www.zertifikate.commerzbank.de zur Verfügung.