Märkte

Commerzbank Analysen

Roche – Pipeline mit rund 100 Projekten prall gefüllt

Roche zählt im Pharmasektor zu den solidesten Unternehmen mit einer sehr guten Produktpipeline. Bei Diagnosegeräten und bei Krebsmedikamenten ist Roche führend. Angesichts der Perspektiven und Positionierung des Unternehmens verdient der Titel grundsätzlich einen Bewertungsaufschlag gegenüber dem Sektor. Die Sorgen um die Folgen der Patentabläufe halten wir für stark übertrieben.

Kostensenkungen
Der Pharmariese hat ein umfangreiches Kostensparprogramm implementiert. Darüber hinaus werden die Forschungsausgaben in den nächsten Jahren stabil gehalten, was sich bei steigenden Umsätzen positiv auf das Gewinnwachstum auswirken sollte.

Patentabläufe
Mit dem Verlust des Patentschutzes für den Blockbuster MabThera/Rituxan in den USA (in Europa ist dies bereits 2013 geschehen) sind die Sorgen der Marktteilnehmer über eine Generikakonkurrenz gestiegen. Mittlerweile sind teilweise auch die wichtigen Medikamente Avastin, Pegasys (Hepatitis-C) und das Augenheilmittel Lucentis von einem Patentablauf betroffen.

Sorgen um Patentablauf übertrieben
Die Sorgen um den Patentablauf der Krebsmedikamente Rituxan und Avastin halten wir jedoch für übertrieben. Zwar kommen sogenannte Biosimilars auf den Markt, doch der Pharmariese versteht es geschickt (beispielsweise durch Kombinationstherapien), die Marktstellung seiner Produkte zu verteidigen, bzw. die Umsatzrückgänge dieser Wirkstoffe dürften nicht so stark ausfallen wie bei herkömmlichen Medikamenten (Preisabschläge der Biosimilars sind beispielsweise geringer als bei den »chemischen« Generika).

Grafik 1: Wertentwicklung Roche
Grafik 1: Wertentwicklung Roche
Stand: 18. Dezember 2017; Quelle: Reuters
Frühere Wertentwicklungen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Vieles spricht für Roche
Der Großteil der Roche-Wirkstoffe gehört in die Kategorie der biologischen Medikamente, die wesentlich schwerer zu kopieren sind. Hinzu kommt ein aufwendiges Zulassungsverfahren, das auch der Generikaproduzent bei dieser Medikamentenklasse durchlaufen muss, was einen zusätzlichen Kopierschutz darstellt. Das Management kann zudem durch verschiedene Strategien die Kern-Krebs-Wirkstoffe gegen Wettbewerber abschirmen.

Hervorragend im Bereich der Krebsimmuntherapie positioniert
Bei der sogenannten Krebsimmuntherapie werden die Tumorzellen vereinfacht ausgedrückt über diverse Strategien mithilfe des körpereigenen Immunsystems bekämpft. Diese Methode ist bei vielen Krebsarten recht erfolgreich. Diesen Therapieansatz können derzeit weltweit nur wenige Firmen ermöglichen. Roche ist eine davon, dabei haben die Schweizer zudem ein besonders umfangreiches Portfolio an Anwendungen. Auch die Kombinationstherapien helfen, das Effizienz- und Nebenwirkungsprofil weiter zu verbessern. Roche kann dadurch seine Vormachtstellung in der Onkologie verteidigen.

Neun-Monats-Umsatzzahlen überzeugen
Roche konnte in den ersten neun Monaten des Jahres 2017 den Umsatz um 5 Prozent steigern, zu konstanten Wechselkursen betrug die Umsatzzunahme ebenfalls 5 Prozent. Die beiden Sparten Pharma und Diagnostics konnten paritätisch zum Wachstum beitragen.

Der Pharmariese bekam im dritten Quartal zwar erstmals den Wettbewerb durch die Biosimilars zu spüren, was aber so erwartet wurde. Zudem konnten neue Medikamente den durch die Biosimilars einhergehenden Einnahmenrückgang mehr als kompensieren.

Besonders Ocrevus, ein Wirkstoff zur Behandlung zweier Formen der Multiplen Sklerose, übertraf alle Erwartungen. Wir gehen daher weiterhin davon aus, dass die Schweizer die Unternehmensprognose für 2017 leicht übertreffen werden.

Darüber hinaus stehen bis Mitte 2018 acht Ergebnisse zulassungsrelevanter Studien im Bereich der zweiten Welle der Krebsimmuntherapie an. Diese Therapien in Kombination mit bestehenden Anwendungen sollten das Geschäft von Roche mehr als absichern.

Konservativer Unternehmensausblick, sichere Dividende
Hinzu kommt ein sehr konservativer Unternehmensausblick, der Potenzial nach oben lässt. Roche weist ein überdurchschnittliches Verhältnis von potenziellen Neueinführungen zu Patentausläufen auf. Die Roche-Inhaberaktien befinden sich angesichts der starken Marge im akzeptablen Bewertungsrahmen, die relativ hohe und sichere Dividendenrendite spricht ebenfalls für den Titel – Roche zählt zu den sogenannten Dividendenaristokraten (Unternehmen, die seit mindestens 25 Jahren ihre Dividende jedes Jahr erhöht haben).

Hinweis
Bei Roche stehen neben den Inhaberaktien (160 Millionen Stück, Nennwert 1,00 Schweizer Franken) etwas über 700 Millionen sogenannte Genussscheine (nicht stimmberechtigt) aus. Novartis hält über 30 Prozent der Inhaberaktien, die Gründerfamilie besitzt 45 Prozent. Da sich die Mehrheit der Inhaberaktien in »festen Händen« befindet, stehen bei sämtlichen Datenanbietern die Genussscheine im Vordergrund. Der Konzern bildet diese zudem auch auf Präsentationen und auf seiner eigenen Webseite zuerst ab. Trotz der fehlenden Stimmrechte im Vergleich zu den Inhaberaktien würden wir bei einem Neuerwerb die liquideren Genussscheine präferieren.

Anlageidee: Zertifikate auf Roche

Nutzen Sie die Einschätzungen unserer Experten und partizipieren Sie an der Entwicklung der Roche-Genussscheine. Ganz gleich, ob Sie mit Hebelprodukten auf schnelle und kurzfristige Marktveränderungen setzen möchten oder mit Anlageprodukten eine intelligente Alternative zum reinen Aktieninvestment suchen, bei der Commerzbank werden Sie fündig. Ein Überblick über das gesamte Produktspektrum an Optionsscheinen und Zertifikaten steht Ihnen im Internet unter www.zertifikate.commerzbank.de zur Verfügung. Aber Achtung: Da die von der Commerzbank angebotenen Produkte in Euro notieren, der Handelspreis der Roche-Genussscheine in Schweizer Franken, besteht für den Investor ein Währungsrisiko, wenn der Euro/Schweizer-Franken-Wechselkurs steigen sollte. Um das Wechselkursrisiko für den Anleger auszuschalten, bietet die Commerzbank in der Regel neben einer nicht währungsgesicherten Variante (Non-Quanto) auch eine währungsgesicherte bzw. währungsoptimierte (Quanto/FXopt) Variante an. Allerdings ist hier zu beachten, dass für die Währungssicherung Kosten anfallen können, die den Wert des Zertifikats mindern. Anleger haben also die Wahl, sollten aber bedenken, dass bei der nicht währungsgesicherten Variante neben dem Risiko natürlich auch die Chance entfällt, mit einem fallenden Euro/Schweizer-Franken-Wechselkurs eine höhere Rendite zu erzielen.

Discount-Zertifikate

WKN

Basiswert

Cap

Discount

Max. Rendite p.a.

Bewertungstag

Quanto

Geld-/Briefkurs

CV0 N55

Roche

250,00 CHF

6,06 %

8,53 %

20.12.2018

Nein

196,52/196,61 EUR

CV0 N3J

Roche

250,00 CHF

6,33 %

8,83 %

20.12.2018

Ja

229,04/229,14 EUR

CV0 N56

Roche

300,00 CHF

3,01 %

25,67 %

20.12.2018

Nein

202,92/203,03 EUR

CV0 N3K

Roche

300,00 CHF

3,21 %

25,83 %

20.12.2018

Ja

236,80/236,95 EUR

Faktor-Zertifikate

WKN

Basiswert

Typ

Faktor

Laufzeit

FXopt

Geld-/Briefkurs

CV0 NW3

Roche

Long

3

Unbegrenzt

Nein

6,36/6,38 EUR

CV0 NVQ

Roche

Long

5

Unbegrenzt

Nein

4,87/4,91 EUR

CV0 P12

Roche

Short

–3

Unbegrenzt

Nein

9,56/9,60 EUR

CV0 P1F

Roche

Short

–5

Unbegrenzt

Nein

9,65/9,72 EUR

Classic Turbo-Optionsscheine

WKN

Basiswert

Typ

Basispreis/ Knock-Out-Barriere

Hebel

Bewertungstag

Geld-/Briefkurs

CE1 8N7

Roche

Call

180,00 CHF

4,1

15.06.2018

0,50/0,51 EUR

CE1 8NB

Roche

Put

300,00 CHF

3,8

15.06.2018

0,54/0,55 EUR

Stand: 20. Dezember 2017; Quelle: Commerzbank AG

Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform. Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter www.zertifikate.commerzbank.de zur Verfügung.