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Marktbericht

Korrektur oder Jahresendrally?

Noch im November stellte der DAX einen neuen Rekordstand auf. Mehr als 13.500 Punkte hatte die Kurstafel der Deutschen Börse in Frankfurt noch nie angezeigt. Auch das Geschäftsklima ist auf den höchsten Stand (Ifo-Index) seit 50 Jahren gestiegen. Viele Experten rechnen aufgrund der niedrigen Zinsen in Europa mit weiter steigenden Aktienkursen.

Darüber hinaus sprechen viele momentan von einer »Jahresendrally« für den Aktienmarkt. Gemeint ist die positive Entwicklung zum Ende eines Jahres, da viele Investoren vor dem Jahresende noch in den Aktienmarkt einsteigen wollen. Statistisch gesehen steigen die Kurse für den DAX im letzten Monat des Jahres im Durchschnitt um 2,8 Prozent. Seit der DAX am 31. Dezember 1987 mit 1.000 Punkten gestartet ist, gab es 23 Jahre, in denen das Vorzeichen positiv war und nur sechs Jahre, in denen der DAX im Dezember an Wert verlor. Erst dreimal in der Geschichte kletterte das deutsche Börsenbarometer sogar mehr als 10 Prozent in den letzten vier Wochen des Jahres.

Allerdings lag die Dezember-Performance in den letzten sechs Jahren dreimal im negativen Bereich. Der »Jahresendrally«-Indikator war zumindest in der jüngeren Vergangenheit nicht so treffsicher wie zuvor. Der Dezember des Jahres 2016 war demgegenüber so stark wie seit 1999 nicht mehr; mit einem Plus von 7,9 Prozent stieg der DAX so stark wie lange nicht. Was das Jahr 2017 bringt, bleibt abzuwarten. Der November konnte zumindest einen neuen historischen Höchststand vermelden.

Tabelle 1: Dezember-Performance des DAX

Monat

Performance

Monat

Performance

Dezember 1988

4,1 %

Dezember 2003

5,9 %

Dezember 1989

13,5 %

Dezember 2004

3,2 %

Dezember 1990

–3,0 %

Dezember 2005

4,1 %

Dezember 1991

0,7 %

Dezember 2006

4,6 %

Dezember 1992

0,0 %

Dezember 2007

2,5 %

Dezember 1993

10,2 %

Dezember 2008

3,0 %

Dezember 1994

2,8 %

Dezember 2009

5,9 %

Dezember 1995

0,3 %

Dezember 2010

3,4 %

Dezember 1996

1,5 %

Dezember 2011

–3,1 %

Dezember 1997

7,6 %

Dezember 2012

2,8 %

Dezember 1998

–0,4 %

Dezember 2013

1,6 %

Dezember 1999

18,0 %

Dezember 2014

–1,8 %

Dezember 2000

1,0 %

Dezember 2015

–5,6 %

Dezember 2001

3,4 %

Dezember 2016

7,9 %

Dezember 2002

–12,9 %

Dezember 2017

???

Stand: 15. November 2017; Quelle: Bloomberg, eigene Berechnungen

Anleger, die sich jetzt positionieren möchten, haben beim Einsatz von Zertifikaten den Vorteil, dass diese für jede Marktsituation angeboten werden. Wer Zertifikate kauft, muss nicht von steigenden Kursen ausgehen, um einen Gewinn zu erzielen. Besonders beliebt bei Anlegern sind weiterhin Aktienanleihen. Diese zu den Zertifikaten zählende Produktgruppe vereint die Funktion einer Anleihe mit der einer Aktie. Technisch gesehen wird die Aktienanleihe wie eine Anleihe gehandelt, mit einem Kupon in Prozent und einem Nominalbetrag in Höhe von 1.000 Euro. Der Kurs der Aktienanleihe wird in Prozent angegeben und bezieht sich auf den Nominalbetrag. Liegt der Kurs einer Aktienanleihe beispielsweise bei 98 Prozent, beträgt der Kaufwert der Aktienanleihe 980 Euro. Außerdem müssen – wie bei Anleihen üblich – Stückzinsen dem Kaufpreis hinzugerechnet werden. Am Ende der Laufzeit erhält der Anleger den Kupon in voller Höhe, sodass die Stückzinsen einen späteren Einstieg in die Aktienanleihe ausgleichen. Die Rückzahlung der Aktienanleihe erfolgt nur dann zum Nominalbetrag, wenn ein vorab festgelegter Basispreis am Laufzeitende überschritten wird. Bezug wird dabei immer auf die Aktie genommen, die der Aktienanleihe zugrunde liegt. Fällt die Aktie unter den Basispreis am Laufzeitende, erfolgt die Rückzahlung in einer ebenfalls vorab festgelegten Anzahl. Und damit wird der Unterschied zur Anleihe deutlich. Fällt der Aktienkurs der bezogenen Aktie, können bei einer Aktienanleihe Verluste entstehen. Dies kann sogar bis zum Totalverlust führen, wenn die bezogene Aktie wertlos wird.

Die Kupons liegen bei Aktienanleihen auf unterschiedlichen Niveaus. Sie richten sich beispielsweise nach der Aktie oder der Höhe des Basispreises. In der Liste der beliebtesten Aktienanleihen in den vergangenen Wochen werden Kupons bevorzugt in der Region zwischen 3 und 14 Prozent liegen. Bei der Betrachtung werden die unterschiedlichen Motive der Anleger sichtbar. Beispielsweise liegt die Rendite der Aktienanleihe auf Evotec (WKN: CV2 09L) bei rund 14 Prozent p.a. Diese wird auch dann erzielt, wenn Evotec am Laufzeitende der Aktienanleihe (September 2018) bis zu etwa 10 Prozent an Wert verliert. Demgegenüber steht die Aktienanleihe auf Siemens (WKN: CE9 KSL). Die Rendite liegt hier bei rund 20 Prozent p.a., allerdings muss die Aktie von Siemens rund 6 Prozent steigen, um diese zu erzielen. Zurzeit bietet die Commerzbank rund 10.000 unterschiedliche Aktienanleihen an. Anleger und Interessierte finden sie im Internet unter www.zertifikate.commerzbank.de/aktienanleihen.

Tabelle 2: Top-10-Aktienanleihen

WKN

Basiswert

Kupon p.a.

Basispreis

Max. Rendite p.a.

Fälligkeit

Geld-/Briefkurs

CV2 09L

Evotec

3,25 %

10,72 EUR

14,42 %

28.09.2018

91,26/91,36 %

CE9 KSL

Siemens

8,00 %

122,26 EUR

20,92 %

24.05.2018

93,47/93,57 %

CE9 M2P

KION Group

3,00 %

58,97 EUR

3,63 %

22.02.2018

99,72/99,82 %

CV2 0JJ

Daimler

10,75 %

67,85 EUR

10,03 %

27.07.2018

100,28/100,38 %

CE9 M2R

KION Group

7,00 %

64,99 EUR

14,50 %

22.02.2018

97,94/98,04 %

CV2 0ED

Wacker Chemie

13,50 %

120,47 EUR

7,20 %

27.04.2018

102,54/102,64 %

CE6 WLD

Daimler

8,25 %

69,56 EUR

13,86 %

25.01.2018

98,68/98,78 %

CV1 ZK5

Deutsche Telekom

10,50 %

15,11 EUR

11,42 %

22.06.2018

99,26/99,36 %

CV3 7RX

Merck

6,50 %

88,13 EUR

7,29 %

26.10.2018

99,16/99,26 %

CV3 8TU

Wacker Chemie

13,75 %

137,21 EUR

15,80 %

22.06.2018

98,75/98,85 %

Stand: 16. November 2017; Quelle: Commerzbank, Bloomberg, eigene Berechnungen; Betrachtungszeitraum: 15. Oktober 2017 bis 15. November 2017