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Marktbericht

USA versus Deutschland – Welcher Aktienmarkt läuft besser?

Vor rund zehn Jahren stellte Steve Jobs in San Francisco das erste iPhone vor und revolutionierte damit eine ganze Branche. Bis heute ist das Smartphone der wichtigste Umsatz- und Gewinnbringer im Apple-Konzern und sorgt regelmäßig für steigende Aktienkurse. Die Aktie notiert unter anderem im Nasdaq 100. Auch diesen Index konnte nicht nur die Apple-Aktie beflügeln, die US-Indizes im allgemeinen erreichen ein neues Rekordhoch nach dem anderen. Doch wie schlagen sich die deutschen Indizes im Vergleich zu den US-Konkurrenten und was bedeutet das für Anleger?

Bei diesem Vergleich bleiben die Dividenden unberücksichtigt. Nahezu alle wichtigen Indizes weltweit werden ohne Berücksichtigung von Dividenden berechnet. Das sind zum Beispiel der Dow Jones IA, der S&P 500, der Nikkei 225 oder der EURO STOXX 50. Deutschland bildet da die Ausnahme. Fast alle Indizes der Deutschen Börse reinvestieren 100 Prozent der Dividende, dazu zählen der DAX und der MDAX. Allerdings werden auch Preise für den DAX und den MDAX berechnet, ohne die Dividende zu reinvestieren, diese werden Kursindex genannt. Um die Performance der Indizes USA versus Deutschland vergleichbar zu machen, wurden deshalb nur die Kursindizes berücksichtigt.

Grafik 1: Diverse Indizes im Vergleich (zehn Jahre – ohne Dividende)

Indexiert: 19. September 2007 = 100

Grafik 1: Diverse Indizes im Vergleich (zehn Jahre – ohne Dividende)
Stand: 18. September 2017; Quelle: Commerzbank
Frühere Wertentwicklungen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Im 10-Jahres-Vergleich zwischen den USA und Deutschland wird schnell deutlich, dass ein Index alle anderen dominiert. Das ist der Nasdaq 100, der sich in den vergangenen zehn Jahren am stärksten entwickelt hat. Wer vor zehn Jahren 10.000 US-Dollar investiert hat, freut sich nun über einen Kontostand von knapp 30.000 US-Dollar und das, obwohl der Wert zwischenzeitlich auf rund 5.000 US-Dollar gesunken war. Auf Platz 2 und 3 liegen der TecDAX und der MDAX, damit zwei Vertreter aus Deutschland. Hier wurden aus jeweils 10.000 Euro entweder knapp 22.000 Euro beim TecDAX und etwa 20.000 Euro beim MDAX, wobei der deutsche Mid-Cap-Index in diesem Vergleich den zwischenzeitlich größten Verlust ausgewiesen hat. Am 9. März 2009 lag der Wert einer Investition von 10.000 Euro rund 61 Prozent im Minus, so viel wie bei keinem anderen Index im Vergleich. Danach folgen die beiden US-Schwergewichte Dow Jones IA und S&P 500 auf den Plätzen 4 und 5. Hier wurden aus 10.000 US-Dollar rund 16.000 US-Dollar. Das Schlusslicht bildet der DAX. Das Plus fällt hier mit 1.700 Euro im Vergleich am geringsten aus.

Nun ist der Blick in die Vergangenheit für einen Neu-Investor zwar interessant aber nicht immer hilfreich. Es ist auf jeden Fall klar: Die Kurse an den Börsen sind auf Rekordniveau. In den Jahren 2007 bis 2009 sackten die meisten Indizes rund 50 Prozent nach unten ab. Wer damals eingestiegen ist, hatte zumindest zeitweilig die Hälfte seines Vermögens verloren. Wer jetzt einsteigt und sich beispielsweise vor so einem Kursrückgang absichern möchte, der kann als Ergänzung Put Optionsscheine kaufen. Bei einer Absicherung von zunächst einem Jahr und einer maximalen Verlustgrenze von rund 20 Prozent betragen die Kosten (Kaufkosten des Put Optionsscheins) dafür zwischen 1 und 3 Prozent. Nach einem Jahr müsste die Absicherung dann durch den Kauf von neuen Put Optionsscheinen abgeschlossen werden. Die Kosten fallen immer an, egal, ob der Index steigt, fällt oder sich nur seitwärts bewegt. Im Vergleich zur Alternative »abwarten und später einsteigen« hat sie den Vorteil, dass weitere Kursgewinne anfallen, wenn die Kurse steigen. Die Commerzbank bietet zahlreiche Optionsscheine auf Indizes und Aktien an.

Grafik 2: DAX-Entwicklung der vergangenen zehn Jahre (inkl. Dividenden)

Indexiert: 19. September 2007 = 100

Grafik 2: DAX-Entwicklung der vergangenen zehn Jahre (inkl. Dividenden)
Stand: 19. September 2017; Quelle: Commerzbank
Frühere Wertentwicklungen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
Grafik 3: Vergleich der DAX-Entwicklung mit und ohne Absicherung
Grafik 3: Vergleich der DAX-Entwicklung mit und ohne Absicherung
Stand: 18. September 2017; Quelle: Commerzbank