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DAX findet Unterstützung durch seine 200-Tage-Linie

In den vergangenen Zyklen hat die Kombination aus einem DAX-Rutsch unter seine 200-Tage-Linie und einer inversen Zinsstrukturkurve in den USA regelmäßig einen Bärenmarkt am deutschen Aktienmarkt eingeleitet. Für uns ist daher die weiterhin relativ steile US-Zinsstrukturkurve ein entscheidender Trend, warum die Schwäche des DAX im Sommer 2017 nur eine Konsolidierung in einem intakten DAX-Bullenmarkt ist. Ein deutlicher Rutsch der zehnjährigen US-Staatsanleihenrendite unter 2 Prozent wäre mittelfristig als Warnsignal zu werten – unserer Meinung nach ein relativ unwahrscheinliches Bärenmarkt-Szenario.

Anfang September notierte der DAX zwischenzeitlich erstmals seit Juli 2016 wieder unter seiner 200-Tage-Linie von aktuell 12.100 Indexpunkten – im Mai notierte der DAX noch 13 Prozent über dieser Trendlinie. Im laufenden DAX-Bullenmarkt korrigierte der DAX in den Jahren 2011, 2014 und 2015 teilweise sehr deutlich unter seine 200-Tage-Linie. Der DAX konnte sich schließlich jedoch regelmäßig von diesen Korrekturen erholen (Grafik 1).

Grafik 1: 200-Tage-Linie des DAX bei 12.100 Punkten

DAX: Durchschnitt der vergangenen 200 Handelstage

Grafik 1: 200-Tage-Linie des DAX bei 12.100 Punkten
Stand: September 2017; Quelle: Datastream, Commerzbank
Frühere Wertentwicklungen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

In den Jahren 1990/1991, 2000/2001 und 2007/2008 war dagegen der Rutsch des DAX unter seine 200-Tage-Linie ein entscheidendes Verkaufssignal zu Beginn von langanhaltenden Bärenmärkten am deutschen Aktienmarkt. Jedoch waren alle drei Perioden gekennzeichnet von einer restriktiven Geldpolitik der US-Notenbank, welche beispielsweise eine flache bzw. sogar inverse Zinsstrukturkurve in den USA zur Folge hatte – der Leitzins der US-Notenbank lag über der Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihe (Grafik 2).

Grafik 2: Zinsstruktur in den USA ist nicht invers

US-Zinsstruktur: 10-Jahres-Rendite minus Fed-Leitzins

Grafik 2: Zinsstruktur in den USA ist nicht invers
Stand: September 2017; Quelle: Datastream, Commerzbank

In den vergangenen Quartalen ist die Zinsstrukturkurve in den USA zwar durch den Anstieg der US-Leitzinsen stetig flacher geworden, jedoch halten unsere Bondstrategen 2017 und sogar 2018 eine inverse US-Zinsstrukturkurve für relativ unwahrscheinlich. Der Ausblick für das Wachstum der US-Wirtschaft ist weiterhin robust, und vor dem Hintergrund der niedrigen Inflation sollte die US-Notenbank weiter nur sehr behutsam ihre expansive Geldpolitik zurückfahren. In diesem Umfeld sollten die Aktienmärkte mittelfristig weiter steigen können.

Die Aktienmärkte finden derzeit weiterhin Unterstützung durch die Gewinnerwartungen, welche für viele Indizes auf neue Allzeithochs gestiegen sind. So sind für den Nasdaq 100 die Gewinnerwartungen in den vergangenen achteinhalb Jahren um 230 Prozent gestiegen, für den S&P 500 um 110 Prozent und für den DAX-Kursindex um 70 Prozent. Wir erwarten, dass der Aufwärtstrend der Gewinnerwartungen an den Aktienmärkten solange weitergehen wird, solange die Notenbanken die Konjunktur weltweit mit einer expansiven Geldpolitik antreiben.

Für den DAX sind zwar die Gewinnerwartungen zuletzt leicht gesunken, und für 20 der 30 Unternehmen sind die Gewinnprognosen nach unten angepasst worden (Tabelle 1). Dieser derzeit eher negative Gewinntrend für den DAX ist aber vor allem auf den zuletzt stärkeren Euro zurückzuführen. Insgesamt bleibt der Gewinnausblick für den DAX dank des derzeit stetigen Wachstums im Euroraum, in den USA und in China weiter positiv.

Tabelle 1: 20 DAX-Unternehmen hatten im vergangenen Quartal fallende Gewinnerwartungen

Aktie

Kurs in Euro

Gewinnerwartungen 2017 je Aktie in Euro

aktuell

vor drei Monaten

Veränderung in %

Deutsche Lufthansa

23,0

3,56

2,68

32,7

RWE

20,9

1,94

1,71

13,1

adidas

197,9

6,64

6,17

7,5

BMW

83,6

11,02

10,60

3,9

BASF

86,0

5,73

5,57

2,9

Allianz

183,4

16,16

15,79

2,3

Volkswagen

135,6

24,01

23,50

2,2

Deutsche Post

36,1

2,26

2,23

1,1

Daimler

65,3

9,08

9,03

0,6

Infineon

20,6

0,86

0,86

0,0

Beiersdorf

92,1

3,34

3,35

–0,4

Linde

163,4

7,53

7,56

–0,4

Münchener Rück

176,7

14,92

15,04

–0,8

Henkel

117,3

5,76

5,82

–1,0

SAP

91,9

4,15

4,21

–1,5

E.ON

9,4

0,63

0,64

–1,6

Continental

200,8

16,06

16,33

–1,6

Fresenius

70,3

3,36

3,41

–1,6

HeidelbergCement

82,8

5,83

5,95

–2,0

Merck

96,1

6,21

6,36

–2,3

Deutsche Börse

93,5

4,72

4,83

–2,4

Siemens

115,6

7,86

8,10

–3,0

Deutsche Telekom

15,1

0,85

0,88

–3,2

Fresenius Medical Care

80,9

4,02

4,17

–3,5

Bayer

111,3

7,46

7,85

–4,9

ThyssenKrupp

26,7

1,08

1,15

–6,2

ProSiebenSat.1

28,0

2,35

2,51

–6,3

Deutsche Bank

14,2

1,22

1,31

–7,0

Vonovia

36,5

2,33

2,55

–8,6

Stand: 12. September 2017; Quelle: Factset, Markterwartungen

Prognosen sind kein Indikator für die künftige Entwicklung.

Anlageidee: Partizipieren Sie an der Entwicklung des DAX und an ausgewählten Einzelaktien

Nutzen Sie die Einschätzungen unserer Experten und partizipieren Sie an der Entwicklung des Deutschen Aktienindex sowie an ausgewählten Einzeltiteln.

Ein Überblick über das gesamte Produktspektrum an Zertifikaten steht Ihnen im Internet unter www.zertifikate.commerzbank.de zur Verfügung.

Discount-Zertifikate

WKN

Basiswert

Cap

Discount

Max. Rendite p.a.

Bewertungstag

Geld-/Briefkurs

CV2 WJE

Lufthansa

23,00 EUR

10,56 %

13,05 %

21.09.2018

20,29/20,30 EUR

CV2 TMH

RWE

21,00 EUR

9,07 %

13,13 %

21.09.2018

18,50/18,51 EUR

CV0 7F7

adidas

200,00 EUR

7,73 %

11,95 %

20.09.2018

178,37/178,38 EUR

CV0 1ZY

BMW

84,00 EUR

10,05 %

9,23 %

20.09.2018

76,78/76,79 EUR

CV0 1X0

Allianz

190,00 EUR

7,91 %

10,81 %

20.09.2018

171,18/171,19 EUR

CV2 518

Deutsche Post

37,00 EUR

8,63 %

8,94 %

21.09.2018

33,90/33,91 EUR

Faktor-Zertifikate

WKN

Basiswert

Strategie

Faktor

Laufzeit

Geld-/Briefkurs

CD4 H10

DAX Future

Long

6

Unbegrenzt

20,73/20,76 EUR

CE5 X1A

Lufthansa

Long

4

Unbegrenzt

70,12/70,40 EUR

CD8 ZLJ

RWE

Long

8

Unbegrenzt

6,60/6,66 EUR

CD8 ZKU

adidas

Long

8

Unbegrenzt

14,58/14,67 EUR

CD8 ZKY

BMW

Long

8

Unbegrenzt

11,92/11,96 EUR

CE9 MQ4

Allianz

Long

8

Unbegrenzt

14,05/14,11 EUR

CD8 ZL6

Deutsche Post

Long

8

Unbegrenzt

35,40/35,76 EUR

Stand: 21. September 2017; Quelle: Commerzbank

Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform. Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter www.zertifikate.commerzbank.de zur Verfügung.