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Deutsche Telekom – Wachstum im US-Geschäft, Stabilität in Europa

Die Deutsche Telekom ist heute deutlich breiter aufgestellt als noch vor ein paar Jahren. Ein länderübergreifendes Netz in Europa bietet Synergieeffekte. Umstellungen auf LTE und schnelle Breitbandverbindungen zahlen sich aus, da zunehmend lukrative Service- und Zusatzangebote vermarktet werden können. Weiterhin besteht Fusions- und Übernahmephantasie hinsichtlich der sich zuletzt stark entwickelnden Tochtergesellschaft T-Mobile US. Wir bestätigen unsere positive Einschätzung zur Aktie.

Mehr als eine Telefongesellschaft
Mit 165 Millionen Mobilfunk-Kunden, 28,5 Millionen Festnetz- und mehr als 18 Millionen Breitbandanschlüssen sowie 4 Millionen TV-Abonnenten ist die Deutsche Telekom eines der führenden integrierten Dienstleistungsunternehmen in der Telekommunikations- und Informationstechnologiebranche weltweit. Der Konzern bietet stark fokussiert auf Europa und den amerikanischen Markt Produkte und Dienstleistungen aus den Bereichen Festnetz/Breitband, Mobilfunk, Internet und Internet-TV für Privatkunden sowie Lösungen der Informations- und Kommunikationstechnik für Groß- und Geschäftskunden an.

Die Deutsche Telekom hat sich in den letzten Jahren von einer klassischen Telefongesellschaft hin zu einer breit aufgestellten Servicegesellschaft entwickelt. Das Kerngeschäft, also der Be- und Vertrieb von Netzen und Anschlüssen, bildet dabei weiterhin die Basis (Wertentwicklung der Aktie siehe Grafik 1).

Grafik 1: Wertentwicklung Deutsche Telekom
Grafik 1: Wertentwicklung Deutsche Telekom
Stand: 19. Juli 2017; Quelle: Reuters
Frühere Wertentwicklungen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

M&A-Spekulationen in den USA
Kaum waren die monatelangen Mobilfunk-Frequenzauktionen abgeschlossen, gab es wieder Spekulationen hinsichtlich einer Konsolidierung auf dem US-Markt. Medien berichteten bereits über einen neuen Anlauf für eine Zusammenführung von Sprint (Nr. 4 unter den US-Telekommunikationsunternehmen) und T-Mobile US (Nr. 3), der amerikanischen US-Tochter der Deutschen Telekom. Die japanische Konzernmutter Softbank hat Abgabeinteresse signalisiert und Sprint würde im Rahmen einer Fusion in T-Mobile US – und damit unter einer deutschen Führung – aufgehen.

Das neue Unternehmen könnte dann zu den Platzhirschen AT&T und Verizon aufschließen. In der Vergangenheit haben die amerikanischen Aufsichtsbehörden eine Marktbereinigung durch Zusammenschlüsse unter den großen vier Telekommunikationsunternehmen verhindert. Sollte der AT&T-Übernahmeplan für Time Warner nun genehmigt werden, hätte auch – trotz möglicher Auflagen – eine Kombination von T-Mobile US und Sprint (wieder) eine realistische Chance.

Inzwischen hat Sprint die Fusionsgespräche mit T-Mobile US auf Eis gelegt. Sprint geht nun anscheinend in exklusive Verhandlungen mit den Kabelnetzbetreibern Comcast und Charter Communications hinsichtlich einer möglichen Allianz oder zumindest einer verstärkten Zusammenarbeit. Dies ist ein Anzeichen dafür, dass die bisherigen Verhandlungen zwischen den Eignern Deutsche Telekom und Softbank keine Selbstläufer waren. Deutsche Telekom und T-Mobile US haben aber keine Eile mit dem Ergebnis eines schlecht verhandelten Zusammenschlusses. Die US-Tochter steht operativ weiterhin sehr gut da und wird künftig eher noch wertvoller.

Die Deutsche Telekom hat vielleicht aber auch noch einen »Plan B«. Analysten spielen neben einer Fusion mit Sprint auch das Zusammengehen mit einem der großen amerikanischen Kabel- oder Satellitenbetreiber (wie zum Beispiel DISH) durch. Diese Transaktion hätte dann sogar eine noch bessere Chance, wettbewerbsrechtlich durchgewunken zu werden. So oder so könnte die Neuaufstellung von T-Mobile US Synergieeffekte in Milliardenhöhe auslösen, was dem Konzern und damit mittelfristig auch den Anteilseignern zugute kommen dürfte.

Änderungen im Europa-Portfolio
Die britische Wettbewerbsbehörde hatte wie erwartet und ohne Auflagen den Verkauf des von der Deutschen Telekom und Orange gehaltenen Gemeinschaftsunternehmens »EE« (Gesamtvolumen 16,5 Milliarden Euro) an die BT Group genehmigt. Die Deutsche Telekom konnte im Rahmen der Transaktion eine Barkomponente plus Aktien einstreichen und hält inzwischen rund 12 Prozent am britischen Telekommunikationsunternehmen.

Auch der Rückzug aus dem niederländischen Markt gilt nicht mehr als ausgeschlossen und ein Käufer für die holländische Tochter T-Mobile NL wurde bereits gesucht. Das Geschäft konzentrierte sich in der Vergangenheit auf reine Mobilfunkdienste und litt zunehmend unter einem ausgeprägten Wettbewerb.

Ende 2016 wurde die Tochter – auch mit Blick auf einen potenziellen späteren Erwerber – gestärkt, indem man von Vodafone das niederländische Breitbandgeschäft erwarb. Demnächst können rund 80 Prozent der niederländischen Bevölkerung über Mobilfunk hinaus mit zusätzlichen Produkten (Festnetz/Kabel) versorgt werden. Das Geschäft im Nachbarland wird damit gleichzeitig der deutschen bzw. europäischen Gesamtstrategie angepasst.

Die Deutsche Telekom steht offenbar auch vor einer Abgabe ihrer rumänischen Tochtergesellschaft. Das Geschäft und vor allem die Kundenzahlen waren zuletzt rückläufig, außerdem verharrt man seit Längerem »nur« auf der Marktposition Nr. 2 hinter Orange. Die Franzosen könnten nun die Festnetzaktivitäten erwerben, für das Mobilfunkgeschäft interessiert sich ein Kabelnetzbetreiber vor Ort. Bei einem Abschluss könnte die Deutsche Telekom rund 1 Milliarde Euro erlösen. Der Abschied in Rumänien würde in die Strategie von Unternehmenschef Höttges passen. Die Deutsche Telekom hat den Anspruch, auf den europäischen Einzelmärkten jeweils die Führungsposition einzunehmen.

Ausbau von Cloud-Produkten für mittelständische Unternehmen und Großkunden
Der Europäische Gerichtshof hatte das Datenschutzabkommen »Safe Harbor« mit den USA gekippt. Die anhaltende Unsicherheit nutzt die Deutsche Telekom, um sich als führender Cloud-Anbieter in Europa zu etablieren. Daher werden diverse Cloud-Angebote für Unternehmen jeder Größe im Rahmen eines Portals (»TelekomCLOUD«) zusammengefasst und vertrieben.

Ausgewählte Lösungen für Software, Plattformen und Infrastruktur können gemeinsam mit Partnern wie Salesforce, Vmware, Huawei und Microsoft vertrieben werden. Mit Hilfe deutscher Datenschutzstandards wird damit insbesondere die hohe Nachfrage nach »sicheren« Cloud-Services bedient. Bereits jetzt wird ein (kontinuierlich weiter steigender) Umsatz von 1,2 Milliarden Euro mit Cloud-Produkten generiert.

Dank US-Geschäft insgesamt solides Auftaktquartal
Zum Jahresauftakt lag die Umsatzentwicklung wie erwartet und das bereinigte operative Ergebnis (EBITDA) befand sich leicht oberhalb des Konsensus, einmal mehr getrieben von guten Zahlen der US-Tochter. Die organische Umsatzentwicklung (+3,9 Prozent) war zwar etwas schwächer als im vierten Quartal, dies ist aber auch saisonalen Effekten geschuldet. Das Geschäft auf dem Heimatmarkt konnte nicht ganz überzeugen (EBITDA +1,4 Prozent; erwartet +2,1 Prozent). Die Deutsche Telekom schwächelte unter anderem bei den Mobilfunk-Neukunden, wo deutlich weniger Neuverträge als erwartet abgeschlossen werden konnten. Auch das Festnetzgeschäft konnte nicht ganz zufriedenstellen.

Das Management nahm weitere umfangreiche Abschreibungen auf die Beteiligung an der BT Group vor, der Ausblick auf das Gesamtjahr blieb dennoch unverändert. Insgesamt zeigte sich ein inzwischen fast gewohntes Bild. Der Wachstums- und damit Kurstreiber im Konzern bleibt T-Mobile US (inklusive einer wieder stark aufkeimenden Übernahme- bzw. M&A-Phantasie), in Deutschland (und Europa) bleibt die kontinuierliche Stabilisierung der Geschäfte primäres Ziel.

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Discount-Zertifikate

WKN

Basiswert

Cap

Discount

Max. Rendite p.a.

Bewertungstag

Geld-/Briefkurs

CV1 N6F

Deutsche Telekom

15,20 EUR

10,71 %

8,22 %

14.06.2018

14,12/14,13 EUR

CV1 N6G

Deutsche Telekom

15,80 EUR

9,04 %

10,56 %

14.06.2018

14,38/14,39 EUR

CV1 N6H

Deutsche Telekom

16,20 EUR

8,00 %

12,48 %

14.06.2018

14,52/14,53 EUR

Bonus-Zertifikate

WKN

Basiswert

Bonuslevel

Barriere

Abstand zur Barriere

Bonusrendite p.a.

Bewertungstag

Geld-/ Briefkurs

CE4 2LD

Deutsche Telekom

20,00 EUR

12,60 EUR

20,20 %

11,57 %

13.06.2018

18,05/ 18,07 EUR

CE4 2LJ

Deutsche Telekom

20,00 EUR

13,20 EUR

16,34 %

15,77 %

13.06.2018

17,46/ 17,48 EUR

CE9 K1B

Deutsche Telekom

20,50 EUR

14,00 EUR

11,29 %

23,13 %

13.06.2018

16,89/ 16,91 EUR

Faktor-Zertifikate

WKN

Basiswert

Typ

Faktor

Laufzeit

Geld-/Briefkurs

CE5 X0F

Deutsche Telekom

Long

4

Unbegrenzt

9,80/9,82 EUR

CD8 ZL7

Deutsche Telekom

Long

8

Unbegrenzt

9,48/9,53 EUR

CD9 0ZR

Deutsche Telekom

Long

10

Unbegrenzt

6,22/6,24 EUR

BEST Turbo-Zertifikate

WKN

Basiswert

Typ

Basispreis/Knock-Out-Barriere

Hebel

Laufzeit

Geld-/Briefkurs

CV1 MXW

Deutsche Telekom

Bull

10,56 EUR

2,9

Unbegrenzt

0,53/0,54 EUR

CE4 MKN

Deutsche Telekom

Bull

13,95 EUR

8,3

Unbegrenzt

0,18/0,19 EUR

CE5 R2U

Deutsche Telekom

Bull

14,64 EUR

10,7

Unbegrenzt

0,14/0,15 EUR

Stand: 20. Juli 2017; Quelle: Commerzbank

Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform. Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter www.zertifikate.commerzbank.de zur Verfügung.