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Marktbericht

Allzeithoch – Kann man jetzt noch Aktien kaufen?

Deutschlands wichtigster Aktienindex ist in Rekordlaune. Der DAX stellt einen neuen Höchststand nach dem anderen auf. Noch zu Jahresbeginn 2016 notierte der Index knapp unter 9.000 Punkten, um jetzt rund 15 Monate später einen Zuwachs von 46 Prozent zu verzeichnen. Die Dividendenrendite des DAX liegt aktuell bei etwa 2,5 Prozent, das ist für viele Anleger weiterhin attraktiv. Doch nicht jeder fühlt sich wohl dabei, zu Höchstkursen in den Aktienmarkt einzusteigen.

In der Geschichte des DAX gab es viele Phasen, in denen der Index zum jeweiligen Zeitpunkt ein neues Allzeithoch erreichte. Die Geschichte beginnt im Jahr 1988. Am 1. Juli 1988 wurde der DAX in seiner heutigen Form das erste Mal mit 1.164 Punkten berechnet. Er löste damit den Börsenzeitungs-Index ab und wurde auf den 31. Dezember 1987 mit 1.000 Punkten zurückgerechnet. Im Jahr 1990 kratzte der Index dann erstmals an der 2.000-Punkte-Marke, konnte diese aber nicht überwinden. Das damalige Allzeithoch wurde am 30. März 1990 bei 1.968,55 Punkten aufgestellt. In der Folge rutschte der Index aufgrund des zweiten »Golf-Kriegs« nach unten und verlor innerhalb von neun Monaten rund ein Drittel an Wert. Die 2.000-Punkte-Marke wurde dann im Dezember 1993 überwunden und am 3. Januar 1994 erreichte der DAX sein damaliges Allzeithoch von 2.267,98 Punkten. In der Folge kam es aber nicht zu einem Rückgang, sondern das Gegenteil setzte ein. In einer starken Phase von fast fünf Jahren stieg der Index auf immer neue Höchststände bis Juli 1998. Damals notierte der Index bei über 6.000 Punkten und sackte danach aufgrund der Russland-Krise innerhalb von zwei Monaten um knapp 40 Prozent nach unten ab. Mehrfach stellte der DAX einen neuen Höchststand auf und rutschte danach immer wieder nach unten (siehe Grafik 1). Nun bewegt sich der DAX im Jahr 2017 wieder in Rekordlaune.

Grafik 1: Beispielhafte »Allzeithochs« des DAX aus der Vergangenheit mit unterschiedlicher Entwicklung

In der Geschichte hat der DAX häufig ein »neues« Allzeithoch markiert. Manche Anleger scheuen ein Investment zu »Höchst«-Kursen. Das Rückschlagpotenzial kann tatsächlich groß sein. Die Grafik zeigt ein paar beispielhafte »Allzeithochs« aus der Vergangenheit, die sich unterschiedlich entwickelt haben.

Grafik 1: Beispielhafte »Allzeithochs« des DAX aus der Vergangenheit mit unterschiedlicher Entwicklung
Stand: 12. Mai 2017; Quelle: Bloomberg, Commerzbank eigene Berechnungen

Bereits mehr als zehnmal hat der DAX in diesem Jahr ein neues Allzeithoch aufgestellt. Anleger, die aktuell weiter in Aktien investieren oder investiert bleiben möchten, müssen einem möglichen Kursrutsch aber nicht tatenlos zuschauen. Ähnlich wie bei einem Teilkasko-Schutz können Anleger ihr Depot krisenfest machen. Wer beispielsweise bereit ist, auf dem aktuellen Niveau einen Verlust von 10 Prozent selbst zu tragen, kann mit einem passenden Put Optionsschein die Chancen des Aktienmarkts weiter nutzen und gleichzeitig das Risiko deutlich reduzieren.

Beim Kauf eines ETFs oder eines Index-Zertifikats auf den DAX wird dieser im Depot meist zu einem Hundertstel abgebildet. Ein Index-Zertifikat kostet dementsprechend bei einem DAX-Stand von 12.500 Punkten etwa 125 Euro. Wird das Zertifikat mit einem Put Optionsschein kombiniert, steigt zwar der Anschaffungspreis für diese Strategie, die möglichen Verluste können so aber eingegrenzt werden.

Das Index-Zertifikat auf den DAX (WKN: CD2 JKY) kostet aktuell etwa 126,68 Euro. Ein Put Optionsschein auf den DAX (WKN: CE4 0NR) mit dem Basispreis von 10.000 Punkten und einer Laufzeit bis Juni 2018 kostet aktuell 1,99 Euro. Zusammen ergibt sich ein Preis von 128,67 Euro. Verändert sich der DAX bis Juni 2018 nicht, dann verliert der Investor 1,99 Euro, also den Preis, den er für den Put Optionsschein bezahlt hat. Der Put Optionsschein verfällt wertlos. Die Rendite vermindert sich von 0 Prozent auf –1,6 Prozent. Steigt der DAX angenommen um 40 Prozent, liegt die Kombination deutlich im Plus. Mit 37,8 Prozent fällt diese allerdings etwas geringer aus, da die Kosten für die »Teilkasko«-Absicherung den Gewinn reduzieren. Dieses Szenario wird aus Anlegersicht natürlich präferiert, da eine solche Kombination vor allem dann Sinn macht, wenn der Anleger von weiter steigenden Kursen ausgeht. Ist dies nicht der Fall und es gibt einen deutlichen Kursrutsch, schützt die Kombination zwar nicht vollständig vor Verlusten, jedoch werden diese begrenzt. Angenommen der DAX verliert 40 Prozent an Wert, dann verringert sich der Wert des Index-Zertifikats zwar auch um gut 40 Prozent, jedoch gewinnt dann der Put Optionsschein an Wert. Er hat zur Fälligkeit im Juni 2018 etwa einen Preis von 24 Euro, sodass die Kombination aus Index-Zertifikat und Put Optionsschein einen Gesamtpreis von rund 100 Euro aufweist. Der Verlust der Kombination ist dementsprechend auf 22,3 Prozent begrenzt.

Je nachdem, welchen Put Optionsschein man wählt, kann der »Selbstbehalt« aktiv gesteuert werden. So lässt sich der maximale Verlust auch auf gut 12 Prozent reduzieren. Hierbei steigen die Kosten für die Absicherung auf 3,6 Prozent.

Diese Beispiele zeigen eindrucksvoll, wie aus einem sehr risikoreichen Finanzinstrument – einem Optionsschein – ein sinnvolles und einfaches Absicherungsinstrument wird. Kombiniert man einen Put Optionsschein mit einem Index-Zertifikat, kann dies für den Anleger enorme Vorteile bedeuten. Die Kombination weist am Ende deutlich weniger Risiko auf als ein vergleichbares Investment nur in den Index.

Tabelle 1: Beispiel für die »Teilkasko«-Absicherung auf den DAX

Aufgeld

Maximaler Verlust

Maximaler Gewinn

DAX +40 %

DAX 0 %

DAX –40 %

DAX

0,0 %

–100,0 %

Unbegrenzt

40,0 %

0,0 %

–40,0 %

DAX + Put 11.500

3,6 %

–12,4 %

Unbegrenzt

35,1 %

–3,6 %

–12,4 %

DAX + Put 10.000

1,6 %

–22,3 %

Unbegrenzt

37,8 %

–1,6 %

–22,3 %

DAX + Put 9.000

0,9 %

–29,6 %

Unbegrenzt

38,8 %

–0,9 %

–29,6 %

Stand: 23. Mai 2017; Quelle: Commerzbank

Unlimited Index-Zertifikat

WKN

Basiswert

Laufzeit

Geld-/Briefkurs

CD2 JKY

DAX

Unbegrenzt

125,89/125,89 EUR

Put-Optionsscheine

WKN

Basiswert

Typ

Basispreis

Hebel/ Omega

Bewertungstag

Geld-/Briefkurs

CE4 0PM

DAX

Put

11.500 Pkt.

26,553/ –7,378

15.06.2018

4,75/ 4,77 EUR

CE4 0NR

DAX

Put

10.000 Pkt.

61,149/ –7,727

15.06.2018

2,06/ 2,09 EUR

CE4 0N5

DAX

Put

9.000 Pkt.

108,163/ –7,631

15.06.2018

1,15/ 1,18 EUR

Stand: 23. Mai 2017; Quelle: Commerzbank

Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform. Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter www.zertifikate.commerzbank.de zur Verfügung.