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Alphabet – Ein Innovationsführer im Internetsektor

Die Holding »Alphabet«
Der Google-Konzern wird über eine Management-Holding mit dem Namen »Alphabet« geführt. Die Onlineaktivitäten, inklusive der Google-Suchmaschine und des wichtigen Werbegeschäfts, wurden von den restlichen Geschäftsbereichen getrennt. Unter dem Dach von Alphabet findet sich die Google Inc. mit dem Suchgeschäft inklusive der Videoplattform YouTube sowie Maps, Android und Gmail. Daneben wurden die anderen Webfirmen bzw. Start-up-Aktivitäten (unter anderem Access/Google Fiber, Calico, capitalG, Google Ventures, Nest, Verily, Google X sowie andere Initiativen) im Segment »Other Bets« (»Andere Wetten«) separat aufgestellt.

Der Konzern hatte im Herbst 2015 den Umbau zur neuen Alphabet-Holding vollzogen. Google Inc. wird seitdem durch den Manager Sundar Pichai geführt. An die Spitze des Konzerns wechselte der bisherige Google-Chef Larry Page. Die Anteilseigner wurden automatisch Aktionäre von Alphabet, inzwischen werden nur noch Aktien der Gattungen Alphabet Class A bzw. Alphabet Class C an den Börsen gehandelt.

Die Tochterunternehmen können nun in der Holdingstruktur unabhängiger arbeiten, den Anlegern wird gleichzeitig mehr (Ergebnis-)Transparenz gezeigt. Durch die neue Aufstellung will Alphabet zusätzlich auch interessanter für Mitarbeiter und aufstrebende Talente werden. Wichtige Manager haben in den Tochterfirmen zudem eine Aufwertung durch die Einführung neuer leitender Führungspositionen erhalten. In Zukunft ist auch denkbar, dass einzelne Unternehmensteile abgespalten und/oder veräußert werden könnten.

Grafik 1: Wertentwicklung Alphabet »C«-Aktie (seit Ausgabe am 27. März 2014)
Grafik 1: Wertentwicklung Alphabet »C«-Aktie (seit Ausgabe am 27. März 2014)
Stand: 18. Mai 2017; Quelle: Reuters
Frühere Wertentwicklungen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung

Mehr als eine Suchmaschine 
In einer einmaligen Erfolgsstory hat Alphabet ehemalige Wettbewerber wie Yahoo, Lycos, Altavista und anderen verdrängt und ist heute mit »Google« die führende Suchmaschine im Internet mit einem dominierenden Marktanteil in zahlreichen Ländern. Das Suchmaschinengeschäft, das sich vor allem über Werbung finanziert, bietet dabei das finanzielle Fundament, um in zukünftige Wachstumsfelder in angrenzenden Märkten (mobiles Internet, Betriebssysteme, ortsbasierte Dienstleistungen, Cloud, Musik, soziale Netzwerke, Google/YouTube-TV, Google Glass, mobiles Bezahlen etc.) zu investieren und sich sowohl akquisitorisch als auch durch Eigenentwicklungen zu verstärken.

Dabei forscht das Unternehmen auch auf ganz neuen Gebieten (künstliche Intelligenz, smarte Kontaktlinsen, selbstfahrende Autos, Paketdrohnen, Internet und Vernetzung...) und kommt damit nicht nur Amazon stärker in die Quere. Amazon dagegen drängt mit dem Aufbau einer eigenen Werbeplattform stärker auf Alphabets Heimatdomäne, ebenso Facebook. Die Rivalität der Internetgiganten dürfte also zunehmen.

Das Internet gewinnt weltweit an Bedeutung und liefert immer zielgerichtetere Informationen über die Nutzer. Somit weisen die Werbeausgaben hier eine geringere Konjunkturabhängigkeit auf. Angebote wie Maps, Earth und Streetview sollen ortsbezogene Dienstleistungen mit passender Werbung verknüpfen.

Android: ein Türöffner
Das Google-Betriebssystem Android für Smartphones und Tablet-PCs wird von Google und zahlreichen Handyherstellern als Türöffner zu mobilen Dienstleistungen genutzt. Zukünftig soll Android auch auf neuen Geräteklassen (Smartwatches, Autos etc.) laufen, das »Internet der Dinge« lässt grüßen. Allerdings befindet sich Google – in der Branche nicht unüblich – in zahlreichen Patentstreitigkeiten. Android generiert direkt zwar kaum Umsätze, ist aber ein sehr wichtiger Baustein des Alphabet-Ökosystems, um über verschiedene Dienste Werbung zu verkaufen.

Unabhängig davon sorgt Alphabet dafür, dass auch auf Nicht-Android- Betriebssystemen, wie zum Beispiel auf Apples iOS, Google-Produkte wie die Suchmaschine laufen. Alphabet hatte bereits vor Jahren Apple hierfür eine hohe Zahlung geleistet (geschätzt 1 Milliarde US-Dollar) und profitiert seitdem umgekehrt auch von einer Umsatzbeteiligung bei Apple in unbekannter Höhe.

Im Dauerkonflikt mit der europäischen Wettbewerbsbehörde
Die EU-Kommission wirft Alphabet bereits seit Jahren eine Benachteiligung der Wettbewerber vor. Das Unternehmen steht weiterhin insbesondere in Verdacht, in der Trefferliste der Shopping-Suchmaschine eigene Dienste gegenüber Konkurrenzangeboten zu bevorzugen. Gleichzeitig untersucht die Brüsseler Behörde im Rahmen eines ausgeweiteten Verfahrens auch eine mögliche Dominanz des Betriebssystems Android, das häufig auf Smartphones und anderen mobilen Geräten verwendet wird.

Die Wettbewerbshüter prangern außerdem an, dass Alphabet den Herstellern der Endgeräte das Betriebssystem Android zwar umsonst zur Verfügung stellt, aber gleichzeitig für notwendigerweise im Paket mitgelieferte Zusatzdienste, wie zum Beispiel für die Kartenfunktion Google Maps, Gebühren abrechnet. Auch soll überprüft werden, ob Alphabet mit unzulässigen Anreizen für eine Vorinstallation von Diensten und Applikationen seine Konkurrenten illegal beeinträchtigt. Im schlimmsten Fall droht ein Bußgeld in Höhe von weit über 6 Milliarden Euro.

Produktoffensive
Alphabet greift im Rahmen einer Hardware-Produktoffensive die Konkurrenten Apple, Amazon und Co. an. Im Smartphonesegment wurden qualitativ hochwertige Modelle der Produktreihe »Pixel« eingeführt, die aber bislang die Erwartungen noch nicht erfüllen konnten. Daneben gibt es inzwischen eine massentaugliche VR-Brille (»Virtual Reality«) mit dem Namen »Daydream View«, den heimvernetzten und sprachgesteuerten Assistenten »Home« sowie einen eigenen Google-WiFi-Router. Die mittels Internet verbundene Welt mit allgegenwärtiger Daten- und Informationsverwendung rückt mehr und mehr in den Mittelpunkt, während gleichzeitig Googles dominante Datensuchmaschine starke Unterstützung bekommt. Die Marktanteile starten zunächst von einem niedrigen Niveau. Wir trauen dem Unternehmen jedoch zu, mittelfristig auch im Hardwarebereich punkten zu können.

Einmal mehr überzeugende Quartalszahlen
Alphabet präsentierte ein starkes und nochmals besser als erwartetes Auftaktquartal. Mit 5,43 Milliarden US-Dollar verdiente der Google-Konzern rund 29 Prozent mehr als im Vorjahr. Auch die Umsatzentwicklung überzeugte, mit 24,75 Milliarden US-Dollar konnte das Vorjahr um 22 Prozent übertroffen werden. Vor allem das boomende Werbegeschäft auf Smartphones und Tablets treibt das Unternehmen voran.

Ebenfalls sehr gut entwickelt sich YouTube. Die Kunden greifen zunehmend zur Video-Streaming-Plattform anstelle von klassischen Fernsehformaten und Google bzw. Alphabet verdient bei jedem Aufruf mit.

Nicht zuletzt konnte Alphabet auch beim Ausbau seines Cloud-Geschäfts punkten. Hier will man im Jahresverlauf weiter zu Amazon und Microsoft aufschließen. Das Unternehmen bleibt das Basisinvestment im IT-/Internetsektor.

Fazit
Die Kernmarke Google weist beeindruckendes Wachstum auf, dazu kommt bei Alphabet das Potenzial aus zahlreichen Aktivitäten außerhalb des mit der Suchmaschine verbundenen erfolgreichen Werbegeschäfts. Mit neuer Hardware wird die allgegenwärtige Daten- und Informationsverwendung intensiviert und die Wettbewerber Apple, Amazon und Co. werden frontal angegriffen. Mögliche teure regulatorische Eingriffe bleiben aber zentrales Risiko. Wir sehen bei Alphabet weiteren Kursspielraum.

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Classic Turbo-Zertifikate

WKN

Basiswert

Typ

Basispreis/Knock-Out-Barriere

Hebel

Bewertungstag

Geld-/Briefkurs

CV0 60X

Alphabet »C«-Aktie

Bull

680,00 USD

3,5

31.07.2017

24,22/24,33 EUR

CV0 614

Alphabet »C«-Aktie

Bull

820,00 USD

7,1

31.07.2017

11,80/11,91 EUR

CV0 616

Alphabet »C«-Aktie

Bull

860,00 USD

10,1

31.07.2017

8,24/8,35 EUR

CV0 669

Alphabet »C«-Aktie

Bear

1.180,00 USD

4,0

31.07.2017

20,86/20,97 EUR

CV0 662

Alphabet »C«-Aktie

Bear

1.040,00 USD

9,8

31.07.2017

8,45/8,57 EUR

CV0 661

Alphabet »C«-Aktie

Bear

1.020,00 USD

12,4

31.07.2017

6,68/6,80 EUR

Discount-Zertifikate

WKN

Basiswert

Cap

Discount

Bewertungstag

Max. Rendite p.a.

Quanto

Geld-/Briefkurs

CE8 MR4

Alphabet »C«-Aktie

850,00 USD

13,87 %

15.03.2018

5,59 %

Nein

725,36/725,66 EUR

CE9 07Y

Alphabet »C«-Aktie

850,00 USD

12,46 %

15.03.2018

3,58 %

Ja

825,15/825,48 EUR

CE8 MR5

Alphabet »C«-Aktie

900,00 USD

10,15 %

15.03.2018

7,52 %

Nein

756,55/756,85 EUR

CE9 07Z

Alphabet »C«-Aktie

900,00 USD

8,59 %

15.03.2018

5,32 %

Ja

861,58/861,89 EUR

CE8 MR6

Alphabet »C«-Aktie

950,00 USD

7,08 %

15.03.2018

10,10 %

Nein

782,76/783,06 EUR

CE9 080

Alphabet »C«-Aktie

950,00 USD

5,41 %

15.03.2018

7,80 %

Ja

892,30/892,63 EUR

CE8 MR7

Alphabet »C«-Aktie

1.000,00 USD

4,74 %

15.03.2018

13,01 %

Nein

802,70/803,36 EUR

Stand: 23. Mai 2017; Quelle: Commerzbank

Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform. Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter www.zertifikate.commerzbank.de zur Verfügung.